Angst - ein scheiß Gefühl

Artikel von Gastautorin Cornelia Siegmann

Hanna eine lebendige Mit-Vierzigerin zieht gerne auch mal alleine um die Ecken der Stadt. Sie parkt immer in einem hell erleuchteten Parkhaus in Stadt Mitte und nutzt regelmäßig die Frauenparklätze nahe dem Eingang.

Heute ist Freitag, die Arbeitswoche ist gut verlaufen und sie beschließt spontan mal wieder durch die Stadt zu schlendern und vielleicht in einem ihrer Lieblingslokale etwas Kleines zu essen.

Hanna steuert das ihr vertraute Parkhaus an. Alle Frauenparkplätze sind belegt. Sie denkt: ‚Ach, dann nehm ich eben einen anderen Parkplatz. Mir wird schon nichts passieren. Es ist ja bisher immer gut gegangen‘ und fährt die Weg entlang. Ganz hinten sieht sie gerade noch einen freien Platz und parkt dort gekonnt ihren Wagen. Als sie aussteigt, stellt sie fest, daß dies schon eine sehr dunkle Ecke ist. Doch die Freude auf den Abend vernebeln ihr die Sinne der Vorsicht.


Schon den ganzen Tag sehnt sie sich nach diesem freien Abend. Und nun endlich ist es soweit und Hanna läuft leichtfüßig den Weg zum Ausgang.

Ein beschwingter perfekter Abend, mit schmackhaftem Essen und nette Leuten liegt hinter ihr.
Noch ganz im Zauber des Abends verfangen, geht Hanna zum Parkhaus, zahlt und macht sich auf den Weg zu ihrem Wagen.

‚Komisch‘, denkt Hanna, ‚welch blödes Gefühl ist das? Was stimmt hier denn nicht‘? Die sonst helle Beleuchtung ist schummrig. Ein Gefühl der Angst packt sie und nicht nur ein Gefühl der Angst sondern auch zwei starke Hände umklammern ihre Oberarme. Oh je denkt Hanna, hätte ich doch nur….

Hanna hört leises Gemurmel und weiß nun nicht, was sie tun soll. Eine unerklärliche Starre läßt sie tatenlos dastehen…


Alles ging unheimlich schnell, Hanna  hat wahnsinnige Angst, ihr Herz rast, wird auf den Boden gerissen und verharrt regungslos. Noch denkt sie ans Fliehen oder ans Wehren, doch die Manneskraft über ihr ist einfach zu stark. Was jetzt passiert, daran kann sie sich später nicht mehr erinnern.



Der neurowissenschaftliche Hintergrund
Der Blick ins Gehirn: Der Schaltkreis der Angst

 Der Anblick einer Spinne oder huschender Schatten im Dunklen lassen blitzschnell die sensible Alarmanlage des Gehirns schrillen – Schweißausbrüche und nackte Angst sind die Folge. Oft ist es ein Fehlalarm. Doch das Gehirn korrigiert schnell.

 

Das limbische System

 

Dieses stammesgeschichtlich uralte Areal besteht aus mehreren verbundenen Strukturen, unter anderem der Amygdala, dem Hippocampus und dem Septum. Einige der Bestandteile des limbischen Lappens spielen auch eine Rolle bei Gefühlen und andere sind jedoch für das Gedächtnis oder die Motivation und Navigation zuständig.

 

Die Amygdala schätzt Gefahren ein und steuert die Kaskade der Angstreaktionen.

 

Direkt vom Thalamus sieht aus wie ein Erdnuß -einem Teil des limbischen Systems- erhält die Amygdala eine grobe Skizze der Situation, um schnell die Gefahr einzuschätzen.

 

Eine genaue Analyse liefert etwas später der langsamere Weg vom Thalamus über den Neocortex und den Hippocampus.

 

Doch woher weiß das Gehirn eigentlich, ob eine Lage gefährlich ist?

 

Die zugrundeliegenden Mechanismen werden als einen Schaltkreis der Angst beschrieben, der über zwei Wege Informationen an die Amygdala sendet: einmal schnell, grob und fehleranfällig, und einmal langsam, aber durch genaue Analyse überprüft.

 

Ausgangspunkt ist stets der Thalamus. Dieser Teil des Zwischenhirns bildet das Tor zum Bewusstsein und ist eine wichtige zentrale Schaltstelle für Nachrichten von den Sinnesorganen. Erhält er einen emotionalen Reiz wie zum Beispiel ein lautes Geräusch, leitet er eine grobe Skizze des Sinneseindrucks direkt weiter an den lateralen Amygdalakern, dem Eingang der Amygdala.

 

Dort bewerten die Zellverbände den Reiz anhand angeborener Mechanismen und erlernten Wissens auf emotionale Bedeutung und den Grad der Bedrohlichkeit und leiten die Information weiter zum zentralen Kern der Amygdala. Wird der Reiz als bedrohlich eingestuft, wird dieser zentrale Kern der Amygdala aktiviert – und aktiviert selbst über Nervenleitungen verschiedene vegetative Systeme. So werden körperliche Angstreaktionen ausgelöst, wie sie auch Hanna beschreibt: „Alles ging wahnsinnig schnell, ich hatte Angst, mein Herz raste, ich war starr vor Schreck.

 

Auch der Hirnstamm und die Großhirnrinde werden informiert. Der Hirnstamm löst automatische Verhaltensreaktionen aus, die von einem Erstarren über Flucht bis zum Angriff reichen können. Die Großhirnrinde ist verantwortlich für das emotionale Erleben der Angst.

 

Angst

 

Sie lähmt uns.Sie macht uns krank.Sie treibt uns zu Höchstleistungen.

Hanna erzählt. Sie hat erfahren, wie Angst sich anfühlt.

 

Nachdem Hanna die Vergewaltigung am nächsten Tag gemeldet. Sie meinte sie ihr Leben wieder wie vor dem diesem Erlebnis leben zu können privat und im Beruf. Weit gefehlt!

 

Doch die Seele zeigt ihr etwas vollkommen anders.

 

Hanna leidet nun unter einer generalisierten Angststörung. Das sind lang anhaltende Ängste und Sorgen mit verschiedensten Inhalten. Bei Hanna die Angst vor der Wiederholung einer Vergewaltigung. Selbst die unternommenen Maßnahmen wie Tragen eines Pfeffersprays, konnte ihre immer anwesenden Ängste nicht vertreiben. Hanna hat wegen der anhaltenden Ängste und Nervosität Schwierigkeiten, sich auf die Anforderungen ihres Lebens zu konzentrieren, und leidet vielfach unter körperlichen Symptomen wie Schwitzen, Herzklopfen, Schwindel oder Oberbauchbeschwerden.

 

Unter einer generalisierten Angststörung versteht die Experten lang anhaltende Ängste und Sorgen mit verschiedensten Inhalten. Die Betroffenen sorgen sich etwa um ihre Gesundheit, ihre Zukunft, ihre finanzielle Absicherung und Probleme des täglichen Lebens, um Eltern, Kinder oder Freunde. Nicht die Inhalte dieser Sorgen, sondern ihr Ausmaß machen daraus eine Erkrankung mit Beeinträchtigungen. Die Betroffenen haben wegen der anhaltenden Ängste und Nervosität Schwierigkeiten, sich auf die Anforderungen ihres Lebens zu konzentrieren, und leiden vielfach unter körperlichen Symptomen wie Schwitzen, Herzklopfen, Schwindel oder Oberbauchbeschwerden.

 

Eine Panikstörung liegt bei Hanna dann vor, wenn in objektiv nicht bedrohlichen Situationen wiederholte plötzliche Angstattacken auftreten. Eine solche Panikattacke erreicht in der Regel innerhalb weniger Minuten ihren Höhepunkt. Die Betroffenen zeigen starke körperliche Symptome wie Herzrasen, Atemnot, Schwitzen, Zittern, Schwindel oder Übelkeit. Sie erleben dabei meist überwältigend starke Gefühle von Kontrollverlust und von Angst, verrückt zu werden, zusammenzubrechen oder zu sterben. In der Folge entwickeln sie meist eine "Angst vor der Angst" oder auch "Erwartungsangst" vor dem Auftreten weiterer Panikattacken oder ihren Konsequenzen.

 

So weit war es bei Hanna Gott sein Dank noch nicht!


Im Neuro-Coaching löste Hanna zusammen mit Cornelia Siegmann, cert. NLP Trainerin ihre unbewußt wirkenden Angstblockaden auf. Sie löst die Schaltkreise der Angst auf und verarbeitet dadurch ihre traumatischen Erlebnisse-nachhaltig.

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Sie lernte wieder frohen Mutes sich im Freien zu bewegen, ohne in diese Apathie zu verfallen.

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